Nachthimmel über Bayreuth

Unser Sternenhimmel im Januar 2022

Am Abendhimmel dominiert im Süden das Sternbild Orion. Unterhalb seiner „Gürtel“-Reihe von drei hellen Sternen sieht man im Fernglas den bekannten Orionnebel (M42). In dieser Molekülwolke, dessen Licht 1350 Jahre bis zu uns braucht, entstehen neue Sterne.
Oberhalb und etwas westlich de Orion steht das Sternbild Stier. Bereits mit bloßem Auge, aber besonders gut mit dem Fernglas, sieht man um den Hauptstern Aldebaran herum zahlreiche Sterne, die etwa 150 Lichtjahre von uns entfernt sind und den offenen Sternhaufen der Hyaden bilden. Darüber sieht man dicht zusammenstehend mehrere Sterne eines weiteren offenen Sternhaufens: die Plejaden (M45). Obwohl sie im Volksmund auch als Siebengestirn bezeichnet werden, erblickt man im Fernglas viel mehr Sterne. Sie sind 444 Lichtjahre von uns entfernt.

Die Planeten Jupiter und Saturn, die in den vergangenen Monaten am Abendhimmel strahlten, sind tief im Westen noch zu sehen, verschwinden aber im Laufe des Monats nach und nach in der Dämmerung. Mit etwas Übung findet man dort auch Merkur, der am 12. Januar nahe Saturn steht.
Der scheinbar hellste Planet, Venus, wird ab Mitte des Monats zum Morgenstern. Ebenfalls am Morgenhimmel findet man den deutlich lichtschwächeren Mars, am 29. Januar kommt auch noch die dann schmale Mondsichel hinzu.

Die Sonne geht in Bayreuth zu Monatsbeginn um 08:11 Uhr im Südosten auf, steht um 12:17 Uhr im Süden 17 Grad über dem Horizont und geht nach 8 Std. 11 Min. um 16:22 Uhr im Südwesten unter. Die astronomische Dämmerung beginnt morgens um 06:13 Uhr und endet abends um 18:21 Uhr; die astronomisch dunkle Nacht dauert 11 Std. 52 Min.
Zum Monatsende geht die Sonne um 07:48 Uhr, im Ostsüdosten auf, steht um 12:27 Uhr im Süden nun bereits 23 Grad über dem Horizont und geht um 17:06 Uhr im Westsüdwesten unter. Der Tag ist mit 9 Std. 18 Min. bereits mehr als eine Stunde länger als zu Monatsbeginn. Wirklich dunkel ist es in den 11 Stunden von 18:57 Uhr bis 05:57 Uhr.

Besondere Ereignisse:

  • 1. Jan.: Der Astronomieverein Humboldt Bayreuth begrüßt das neue Kalenderjahr 2022 und wünscht für dessen 365 Tage = 8.760 Stunden = 525.600 Minuten = 31.536.000 Sekunden allen Sternfreunden möglichst viel Möglichkeiten zur Himmelsbeobachtung. Der Mond ist auf seiner elliptischen Bahn mit 358.033 km der Erde heute besonders nah.
  • 2. Jan.: Der Neumond steht südlich der Sonne am Taghimmel und ist daher für uns nicht sichtbar.
  • 3. Jan.: Für die Nacht wird der Höhepunkt der Quadrantiden erwartet, bei dem Sternschnuppen scheinbar aus dem Sternbild Bärenhüter (Bootes) strömen.
  • 4. Jan.: Die Erde ist auf ihrer Jahresbahn der Sonne am nächsten und statt der durchschnittlichen
    149,6 heute nur 147,1 Millionen km von ihr entfernt.
    In der Abenddämmerung steht der Mond in der Nähe von Saturn, Merkur und Jupiter.
  • 6. Jan.: Der Mond steht kurz nach Mitternacht nahe Jupiter.
    9. Jan.: Der zunehmende Halbmond steht am Abendhimmel.
  • 14. Jan.: Der Mond ist auf seiner Bahn mit 405.805 km von der Erde heute besonders weit entfernt.
  • 18. Jan.: Der Vollmond erhellt die gesamte Nacht.
  • 25. Jan.: Der abnehmende Halbmond ist in der zweiten Nachthälfte zu sehen.
  • 26. Jan.: Kurz vor 7 Uhr am Morgen kann man mit einem Fernglas beobachten, wie sich der Mond mit seiner beleuchteten Hälfte vor den Stern Alpha-2 im Sternbild Waage schiebt.
  • 29. Jan.: Der Mond steht früh morgens nahe bei Mars.
  • 30. Jan.: Der Mond ist auf seiner monatlichen Bahn mit 362.252 km der Erde wieder relativ nah.